Der Sommerekzem ist für viele Tierbesitzer eine belastende Erfahrung, da die Tiere unter quälendem Juckreiz leiden. Besonders im Sommer steigt das Risiko für diese Hauterkrankung, die nicht nur unangenehm, sondern auch schmerzhaft sein kann. Um betroffenen Tieren angemessen helfen zu können, ist es wichtig, die Ursachen und Anzeichen frühzeitig zu erkennen. Mit dem richtigen Wissen kannst du gezielt Maßnahmen ergreifen, um den Juckreiz zu lindern und die Lebensqualität deiner Tiere zu verbessern.
Ursachen des Sommerekzems bei Tieren
Das Sommerekzem entsteht häufig durch eine Kombination aus Umwelt- und genetischen Ursachen, die bei Tieren zu einer Überreaktion der Haut führen. Ein entscheidender Auslöser ist die erhöhte Hitze und Feuchtigkeit im Sommer, die das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Milben begünstigt. Diese Mikroorganismen können die empfindliche Haut der Tiere reizen und allergische Reaktionen hervorrufen. Besonders betroffen sind Tiere mit einer genetischen Veranlagung für Neigung zu Hauterkrankungen, da ihre Haut meist schwächer gegen äußere Reize gewappnet ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Kontakt mit Allergenen in der Umgebung, wie Gräser, Pollen oder bestimmte Nahrungsmittel, die im Sommer vermehrt vorkommen. Auch Insektenstiche, etwa durch Fliegen, Mücken oder Zecken, können die Haut zusätzlich irritieren und den Juckreiz verstärken. Die Kombination dieser Faktoren führt dazu, dass sich betroffene Tiere häufig kratzen, was wiederum die Hautbarriere schädigt und den Teufelskreis des Ekzems in Gang setzt. Deshalb ist die Kenntnis der zugrunde liegenden Ursachen hilfreich, um gezielt vorbeugen und behandeln zu können.
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Typische Anzeichen und Symptome erkennen

Die ersten Anzeichen eines Sommerekzems zeigen sich oft durch starken Juckreiz, der die Tiere zum Kratzen, Beißen oder Reiben an bestimmten Körperstellen verleitet. Häufig treten diese Symptome an empfindlichen Bereichen wie dem Hals, den Beinen oder unter dem Bauch auf. Diese ständige Belastung führt dazu, dass die Haut gerötet und gereizt wirkt. Im Verlauf des Ekzems kann es außerdem zu Haarausfall in den betroffenen Zonen kommen, was das Erscheinungsbild zusätzlich verändert.
Ein deutliches Merkmal ist die Bildung von Schuppen, Krusten und kleinen Läsionen. Durch das permanente Kratzen wird die Haut beschädigt, was eine Einwanderung von Bakterien begünstigt. Das wiederum sorgt für weitere Rötungen und entzündliche Reaktionen. Manche Tiere zeigen auch Anzeichen von Unruhe und Nervosität, da der extreme Juckreiz ihnen stark zusetzt. Besonders bei länger bestehenden Beschwerden verschärft sich dieser Leidensdruck zunehmend.
Je früher du solche Hinweise erkennst, desto besser kannst du gezielt gegensteuern. Wichtig ist es, Veränderungen an Hautfarbe, -struktur und Verhalten aufmerksam zu beobachten. So lassen sich unkompliziert erste Behandlungsschritte einleiten, potenzielle Verschlimmerungen verhindern und den Tieren Erleichterung verschaffen.
Ursachen des Juckreizes im Sommer
Der Juckreiz im Sommer entsteht häufig durch eine Vielzahl von äußerlichen Reizen und Umweltbedingten Einflüssen. Während die höheren Temperaturen und die erhöhte Luftfeuchtigkeit für Menschen meist angenehm sind, greifen sie bei Tieren oft die empfindliche Haut an. Milben, Fliegen und andere Insekten sind in dieser Zeit besonders aktiv und können akut zu Irritationen führen, wenn sie auf der Haut landen oder bei einem Stich eine allergische Reaktion auslösen.
Zudem begünstigt das warme Wetter das Wachstum von Bakterien- und Pilzpopulationen, was den Entzündungsprozess verstärken kann. Diese Mikroorganismen siedeln sich gerne auf bereits gereizter Haut an, insbesondere wenn Tiere sich häufig kratzen oder scheuern. Durch die ständige Belastung wird die natürliche Barriere der Haut geschwächt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass weitere Reizstoffe eindringen.
Neben diesen äußeren Ursachen spielen bei Tieren auch allergische Reaktionen eine bedeutende Rolle. Allergene wie Pollen, Gräser oder bestimmte Inhaltsstoffe in Tierfutter können im Sommer vermehrt vorkommen, höher aktiviert werden und dann starke Juckreiz-Symptome hervorrufen. Das Kratzen verschlimmert die Symptome zusätzlich, da es die Haut weiter reizt und die Heilung erschwert. All diese Elemente zusammen sorgen dafür, dass das Risiko für einen quälenden Juckreiz im Sommer deutlich steigt.
Maßnahmen bei akutem Ekzem
Bei einem akuten Sommerekzem ist es wichtig, schnell und gezielt vorzugehen, um die Beschwerden der Tiere zu lindern. Zunächst sollten betroffene Hautstellen gründlich gereinigt werden, um Schmutz, Sekrete oder Krusten zu entfernen. Eine schonende Reinigung mit lauwarmem Wasser und milden, hypoallergen-Dermatreinigern hilft dabei, die Haut nicht zusätzlich zu reizen.
Im Anschluss kann die Anwendung von kühlenden, entzündungshemmenden Mitteln, wie spezialisierten Salben oder Lotionen, den Juckreiz deutlich reduzieren. Es ist ratsam, Medikamente nur nach tierärztlicher Empfehlung einzusetzen, um Nebenwirkungen zu vermeiden und eine optimale Wirksamkeit sicherzustellen. Dabei können auch systemische Medikamente in Betracht gezogen werden, besonders bei stark ausgeprägtem Juckreiz oder großflächigen Hautveränderungen.
Zusätzlich sollte das Tier während dieser Phase vor weiteren Reizstoffen geschützt werden. Das bedeutet, dass unangenehme Kontaktflächen, Staub oder bestimmte Futterzusätze vermieden werden. Wickel oder spezielle Kleidungsstücke sind oft hilfreich, um das Lecken oder Kratzen zu verhindern, was die Heilung unterstützt. Die Kombination dieser Maßnahmen trägt dazu bei, das Ekzem schnell unter Kontrolle zu bringen und die Schmerzen des Tieres zu verringern.
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| Ursachen | Symptome | Behandlung |
|---|---|---|
| Hitze, Feuchtigkeit, Bakterien, Pilze und Milben | Juckreiz, Hautrötung, Haarausfall, Schuppen, Krusten | Reinigung, kühlende Salben, Medikamente nach Tierarzt |
| Allergene wie Pollen, Gräser, Nahrungsmittel, Insektenstiche | Starker Juckreiz, Gewebeentzündungen, Hautläsionen | Vermeidung der Auslöser, gezielte Pflege, Medikamente |
| Allgemeine Umweltfaktoren im Sommer | Unruhe, Nervosität, verschlimmerte Hautreaktionen | Umwelt minimieren, präventive Pflege, tierärztliche Behandlung |
Präventive Pflege für betroffene Tiere

Um das Risiko eines Sommerekzems bei deinem Tier zu minimieren, ist eine konsequente pflegeleichte und schonende Betreuung besonders wichtig. Das umfasst die tägliche Reinigung der Hautstellen, die regelmäßig mit lauwarmem Wasser und einem milden, hypoallergen Produkt erfolgen sollte. So entfernst du Schmutz, überschüssiges Fett und Krankheitserreger, die sich im Laufe des Tages ansammeln können. Achte dabei darauf, die Haut nicht zusätzlich zu reizen, da gereizte Haut anfälliger für Ekzemverschlechterungen ist.
Eine geeignete regelmäßige Fellpflege trägt dazu bei, dass keine Verfilzungen entstehen und gleichzeitig mögliche Anzeichen von Reizungen frühzeitig erkannt werden. Bei empfindlicher Haut kann das Bürsten sogar unterstützt werden, um lose Haare und Staubpartikel zu entfernen. Zudem ist es ratsam, die Umgebung deines Tieres sauber zu halten, etwa durch regelmäßiges Lüften der Stall- oder Laufbereiche. Dies hilft, den Kontakt mit Staub und Insekten zu reduzieren, welche die Haut zusätzlich beanspruchen können.
Weiterhin solltest du auf eine ausgewogene Ernährung achten, die die Hautgesundheit fördert. Ergänzende Zusätze wie Omega-Fettsäuren oder spezielle Pflegepräparate können unterstützend wirken, indem sie die natürlichen Abwehrkräfte stärken. Das Einhalten dieser Maßnahmen schafft ein angenehmes Umfeld, in dem dein Tier bestmöglich vor weiteren Reizungen geschützt wird, was wiederum bei der Vorbeugung gegen einen Rückfall hilfreich sein kann.
Behandlungsmöglichkeiten und Medikamente

Bei der Behandlung von Sommerekzemen kommen unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz, um die Beschwerden des Tieres zu lindern. In der Regel empfiehlt es sich, zuerst die betroffenen Hautstellen gründlich mit einem milden, hypoallergenen Reiniger zu säubern. Das Entfernen von Schmutz, überschüssigem Fett und Krusten schafft eine gute Basis für die weitere Pflege. Nach der Reinigung können spezielle entzündungshemmende Salben oder Lotionen aufgetragen werden, die den Juckreiz deutlich reduzieren und die Heilung fördern. Wichtig ist, dass diese Produkte nur nach tierärztlicher Empfehlung genutzt werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden und eine optimale Wirkung zu erzielen.
In schwereren Fällen kann auch der Einsatz systemischer Medikamente erforderlich sein. Hierbei handelt es sich meist um antihistaminische Mittel oder kortisonhaltige Präparate, die gezielt gegen starke Entzündungen vorgehen. Diese sollten jedoch nur unter tierärztlicher Aufsicht angewandt werden, da sie Nebenwirkungen haben können, insbesondere bei längerer Verwendung. Zusätzlich kann die Verabreichung von antimikrobiellen Mitteln notwendig sein, wenn Bakterien die Haut zusätzlich infizieren oder Verschlimmerungen verursachen.
Um den Behandlungserfolg dauerhaft zu sichern, solltest du außerdem umweltbedingte Reizstoffe minimieren. Das umfasst das Vermeiden von Staub, Parasiten oder allergieauslösenden Substanzen in der Umgebung. Regelmäßige Kontrolltermine beim Tierarzt helfen, den Verlauf der Erkrankung zu beobachten und die Behandlung gegebenenfalls anzupassen. Mit konsequenter Pflege und richtiger Medikamentengabe kannst du deinem Tier erhebliche Erleichterung verschaffen und das Risiko eines erneuten Ausbruchs verringern.
| Ursachen | Symptome | Behandlung |
|---|---|---|
| Vermehrtes Schwitzen, Insektenstiche, Bakterien- und Pilzbefall | Starker Juckreiz, Rötung, Haarausfall, Krustenbildung | Reinigung, kühlende Cremes, tierärztliche Medikamente |
| Kontakt mit allergenen Pflanzen, Pollen, Futterzusatzstoffe | Hautreaktionen, Unruhe, vermehrtes Kratzen | Allergenvermeidung, spezielle Pflege, Medikamente |
| Hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, Umweltreizstoffe | Unruhe, Nervosität, Verschlimmerung der Hautirritationen | Umweltanpassung, regelmäßige Pflege, tierärztliche Kontrolle |
Umweltfaktoren minimieren Ekzemrisiko
Um das Risiko eines Sommerekzems bei deinem Tier zu verringern, ist die Kontrolle der Umweltbedingungen besonders wichtig. Eine saubere und staubfreie Umgebung trägt dazu bei, Hautreizungen durch Ablagerungen und Allergene zu reduzieren. Regelmäßiges Lüften der Stall- oder Laufbereiche sorgt für eine bessere Luftqualität, wodurch Schadstoffe und Staubpartikel minimiert werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass Insekten wie Fliegen, Mücken und Zecken möglichst ferngehalten werden, um zusätzliche Reizungen auf der Haut zu vermeiden. Hierbei helfen Netze oder spezielle Repellents, die auch für Tiere geeignet sind.
Des Weiteren ist es hilfreich, den Kontakt deines Tieres mit allergieauslösenden Substanzen zu verringern. Das bedeutet, regelmäßig das Fell und die Umgebung zu reinigen und Staub sowie Pflanzen, die stark allergen wirken könnten, aus dem Bereich zu entfernen. Auch Parasitenbefall lässt sich durch regelmäßige Kontrollen und vorbeugende Maßnahmen eindämmen. Indem du dein Tier vor äußeren Reizstoffen schützt, kannst du gezielt dazu beitragen, die Entstehung und Verschlimmerung eines Sommerekzems zu verhindern und somit das allgemeine Wohlbefinden deiner Tiere deutlich zu verbessern.
Tipps zur Linderung des Juckreizes
Um den Juckreiz bei deinem Tier lindernd zu beeinflussen, kannst du auf einige bewährte Maßnahmen zurückgreifen. Ein erster Schritt ist die regelmäßige kühle Reinigung der betroffenen Hautstellen mit lauwarmem Wasser und einem mildem, hypoallergen Produkt. Dadurch entfernst du Schmutz, überschüssiges Fett und Reizstoffe, die das kranke Hautgewebe zusätzlich belasten. Es ist dabei wichtig, sanft vorzugehen, um die Haut nicht zu verletzen oder weiter zu reizen.
Zusätzlich kann die Anwendung von kühlenden Gel- oder Lotionen aus der Apotheke hilfreich sein, die speziell für empfindliche Haut geeignet sind. Diese Produkte wirken oft entzündungshemmend und reduzieren den Juckreiz deutlich. Bei stärkeren Beschwerden solltest du eine tierärztliche Beratung in Anspruch nehmen, um geeignete Medikamente oder Salben zu verwenden. Oft können auch antihistaminische Mittel unterstützen, um den Juckreiz langfristig zu verringern und das Tier zu beruhigen.
Ein weiterer Tipp ist, das Tier während des Heilungsprozesses vor Reibung und Scheuern zu schützen. Hierfür bietet sich beispielsweise ein spezielles Schutzhöschen oder eine Decke an, die das Kratzen einschränkt. Auch Ablenkung durch Beschäftigung oder ausreichend Bewegung kann helfen, den Drang zum Kratzen kurzzeitig zu mindern. Das Ziel ist stets, die Haut so wenig wie möglich zusätzlich zu strapazieren, damit sie schneller abheilen kann und dein Tier wieder mehr Komfort empfindet.
